Die 42 %-Falle: Warum Ihr nächstes Standard-Geschenk wahrscheinlich ungeöffnet weiterverschenkt wird
Eine unbequeme Wahrheit über unsere Schenkkultur – belegt durch Daten.
Wir kennen die Situation alle: Ein Kollege verabschiedet sich, ein Jubiläum steht an, und in der WhatsApp-Gruppe herrscht ratloses Schweigen. Die Zeit drängt, die Ideen fehlen. Am Ende einigt man sich auf den Klassiker: Eine edle Flasche Wein, teure Pralinen oder ein Gutschein. "Damit kann man ja nichts falsch machen", reden wir uns ein.
Doch eine aktuelle, repräsentative Umfrage von TastefulGift (durchgeführt über das Online-Panel von QuestionPro) enthüllt eine unbequeme Wahrheit über unsere Schenkkultur: Wir liegen mit dieser Annahme oft dramatisch falsch.
Die harte Realität des "Regifting"
der Befragten haben Standard-Geschenke wie Wein oder Pralinen bereits ungeöffnet an Dritte weiterverschenkt.
sorgen sich beim Überreichen eines Geschenks aktiv darum, dass es ungenutzt im Schrank landet.
Was bedeutet das? Wenn wir auf Standardlösungen zurückgreifen, schenken wir de facto oft gar nicht der Person, für die das Geschenk gedacht war. Wir produzieren lediglich eine Warteschleife für Gegenstände, bis sie irgendwann konsumiert, weitergereicht oder weggeworfen werden.
Noch deutlicher wird es bei der Frage, wie viele der erhaltenen Geschenke der letzten zwei Jahre noch im aktiven Besitz sind: Nur rund ein Drittel der Befragten sagt "fast alle". Bei der Mehrheit sind Geschenke bereits aus dem Alltag verschwunden.
Das Paradoxon: Warum ändern wir unser Verhalten nicht?
Wenn wir doch eigentlich Angst haben, dass unsere Geschenke ungenutzt verstauben – warum ändern wir unser Verhalten nicht? Die Studie liefert eine klare Antwort: Stress und Bequemlichkeit.
Besonders in Gruppen ist die Abstimmung mühsam (Stressfaktor: 3,51 von 5). Anstatt Zeit in ein persönliches Projekt zu stecken, wählt man den Weg des geringsten Widerstands. Man wirft Geld zusammen, um das Problem schnell aus der Welt zu schaffen.
Das Paradoxon
Wir geben viel Geld aus, um unsere Wertschätzung zu zeigen. Aber weil der persönliche Aufwand fehlt, kommt beim Empfänger oft nur ein Pflichtgefühl an. Über 50 % der Befragten bestätigen: Standard-Geschenke lösen eher Pflichtgefühl als echte Freude aus.
Wahre Nachhaltigkeit entsteht durch echten Nutzen
Die qualitativen Antworten der Studie zeigen einen klaren Weg. Wenn Teilnehmer gefragt wurden, was ein Geschenk wirklich wertvoll macht, tauchten zwei Konzepte immer wieder auf:
Persönlicher Bezug
"Man schaut es sich öfters an und es sind lebenslange Erinnerungen. Ein Unikat."
– Teilnehmer der Studie
Alltagsnutzen
"Das Geschenk sollte nützlich sein, damit es auch genutzt wird."
– Teilnehmer der Studie
Ein Geschenk ist dann nachhaltig, wenn es einen festen Platz im Leben des Beschenkten findet. Das ist der Moment, in dem ein gemeinschaftliches, personalisiertes Projekt seine volle Stärke ausspielt.
Das Kochbuch-Prinzip: Nutzen trifft auf Emotion
Warum schneidet die Idee eines gemeinschaftlichen Kochbuchs in der Umfrage so gut ab? Weil es die beiden wichtigsten Bedürfnisse beim Schenken vereint:
Praktischer Wert
Ein Kochbuch ist kein "Stehrümchen", das auf dem Regal einstaubt. Es ist ein Gebrauchsgegenstand. Es wird mit in die Küche genommen, es kriegt Flecken, es lebt.
Emotionale Aufladung
Rund 25 % der Befragten sehen in den persönlichen Widmungen zu den Rezepten den größten Wert. Jedes Nachkochen reaktiviert die Erinnerung an die Schenkenden.
Regifting-Risiko: nahezu null. Ein Buch, in dem die besten Freunde oder engsten Kollegen ihre Lieblingsrezepte und persönliche Worte hinterlassen haben, gibt niemand weiter. Es ist ein Unikat, das seinen emotionalen Wert mit jeder Nutzung erneuert, anstatt ihn zu verlieren.
Fazit: Hören wir auf, Langeweile zu verschenken
Die Daten sind eindeutig: Der teure Wein wird weitergereicht, der Gutschein in der Schublade vergessen. Wahre Wertschätzung lässt sich nicht einfach erkaufen – sie muss gestaltet werden.
Wenn Sie das nächste Mal vor der Aufgabe stehen, ein Gruppengeschenk zu organisieren, erinnern Sie sich an die 42 %-Falle. Investieren Sie in etwas, das bleibt. Denn das schönste Geschenk ist jenes, das noch Jahre später mit einem Lächeln aus dem Regal geholt wird – und ganz sicher nicht beim nächsten Geburtstag an den Nachbarn weitergereicht wird.
Zur Methodik
Alle Daten stammen aus einer repräsentativen Studie von TastefulGift (März 2026, n=442), durchgeführt über das Online-Panel von QuestionPro.
Häufig gestellte Fragen
Ein Geschenk, das niemand weitergibt
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